Liegerad-2017-Sommertour

Sommertour 2017


Prolog

Uns zieht es auch dieses Jahr nicht in die Ferne. Im Urlaub müssen wir was machen. Irgendwo in der Sonne am Pool liegen ist nicht unser Ding. Weit Reisen wollen wir auch nicht. Mehrere Stunden im Flieger verbringen muss für uns nicht sein. Was liegt da näher als wieder mit den Liegerädern durch die Lande zu radeln ? Start- und Zielpunkt sollte wieder unser schönes Geesthacht sein. Mit den Rädern in die Bahn ? nur wenn es umbedingt sein muss. Übernachtung in Jugendherbergen oder einfachen Pensionen. Diese Jahr haben wir 11 Tage Zeit.

Nachdem wir letztes Jahr Mecklenburg und Brandenburg ein wenig erkundet hatten, haben wir uns lange Gedanken gemacht, was dieses Jahr unser Ziel sein soll. Gerne wäre ich ein Stück des Nordseeküstenradweges gefahren, aber schon die zweite Jungendherberge hatte kein Bett mehr für uns.

Also was neues; unsere diesjährigen Etappenziele sind:

Zielort Tageskm

km Gesamt

tatsächlich gefahren

Münden / Örtze 90 90 84
Mardorf 85 175 105
Damme 90 265

95

Meppen 85 350 85
Peninsula (NL) 90 440 81
Norddeich 85 525 119
Jever 85 610 62
Bremerhaven 75 685 94
Stade 75 760 115
Geesthacht 80 840 89

 

 

 

 

Obwohl es mit dem Gepäck in den letzten Jahren gut geklappt hat, Dani hatte 2 Ortlieb und eine kleine Top-Tasche, ich hatte 2 Ortlieb und einen Rollsack, wollten wir diemal die Last anders verteilen. Die SPM war mit der Last überfordert und schlug immer wieder mit der Federung am Sitz an. Dani wünschte sich an Steigungen eine Entlastung vom Gepäck.

Die Lösung: Ein Anhänger. Nur welcher ? 2rädrig, 1rädrig ? es ist ein XtraWheel geworden. Nach einigen Problemen mit der Lieferung (lange Lieferzeit und fehlender Schnellspanner) waren nun alle Teile da. Also mal eine Testmontage des XtraWheel. Schnellspanner austauschen, Deichsel auf den getauschten Schnellspanner klemmen - man ist das eng. Aber geht. und den Anhänger in die Deichsel einklemmen. Das geht wesentlich leichter als am Schnellspanner.

SPM mit ExtraWheel

 

 

20. August

Die Kids sind im Urlaub, Kai wird heute vom Opa zur Bahn gebracht. Alles bereit, auch wir können los. 2 Personen, vier kleine und zwei große Ortliebtaschen, das muss für die nächsten 10 Tage für uns reichen.

Start Sommertour

Noch schnell ein Selfi und dann gehts los.

Doch schon nach 15 km klingelt das Telefon. Kai ist am Hauptbahnhof in Hamburg und es fahren keine Züge Richtung Süden. Betriebsstörung. Er macht das toll, fragt sich durch und kommt dann doch pünktlich aus Hamburg raus. Wie gut, dass er so früh und mit genug zeitlicher Reserve aufgebrochen ist.

Unser heutiges Tagsziel : Müden an der Örtze. 83 km.

 

Bei Sonnenschein sind wir losgefahren, aber das Wetter meint es heute nicht gut mit uns. In Heide der erste heftige Schauer. Wir suchen Schutz unter einem Baum, denn weit und breit ist nichts, wo man sich unterstellen könnte. Der Wind weht stark aus SW und uns damit immerzu entgegen.

Sommerliches Wetter bei der Abfahrt Wolken

Auf kleinen Straßen und abschnittweise auch durch den Wald nähern wir und Munster. Hier sind überall Truppenübungsplätze der Bundewehr. Auf einer Panzerringstraße kommen wir zwar schnell voran, etwas mulmig ist uns aber schon, und auch der zweite Schauer läßt nicht mehr lange auf sich warten.

Am Rande des Truppenübungsplatzes Panzerstraße

Am Rande blüht schon die Heide. Aber für derartige Schönheiten haben wir nicht wirklich ein Auge. Die Temperaturen sind bei 15 °C uns ist kühl und richtig Spaß macht es nicht.

Heideblüte am Wegesrand

 

 

Daten:

Distanz 84 km
Fahrzeit 6 Std
Durchschnitt 18,25 km/h
Start 10:25
Ende 16:19

 

Wir sind mit 3 weiteren Gästen alleine in der Jugendherberge Müden. Derzeit ist Saison für Klassenfahrten, da ist am Wochenende wenig los, aber schon am Montag wird das Haus wieder voll belegt sein. Wir essen beim Griechen im Ort.

DJH Müden

 

21. August - von Müden nach Mardorf

Von nun an täglich der gleiche Start in den Tag: Aufstehen - Frühstücken - Packen - Abfahrt. Nach einem Frühstück machen wir uns wieder auf. Vor uns liegen eigentlich nur 86 km aber wirgendwie kommen wir in der Nähe von Wietze auf die B214 und merken erst ziemlich spät, dass wir den Track verloren haben.

So werden aus den geplanten 86 km schnell mal 105km. Aber das wissen wir zum Glück erst am Ziel.

Auch vom Regen bleiben wir nicht verschohnt. Wir stellen uns bei einem Bauernhof in der Nähe der Aller unter, warten rund 20 Minuten ab, ehe wir weiterfahren können.

Regen an der Aller

Auf dem Weg in Richtung Track kommen wir durch die Wedemark und finden uns auf kleinsten Straßen wieder, die zum Teil nur geschottert sind. Das Fahren ist mühsam und der Track immer noch nicht erreicht. Menschenleer außerdem.

Feldwege in der Wedemark Feldwege in der Wedemark

Irgendwann sind wir wieder auf dem Track. Nienburg müssen wir durchqueren, aber die Planer in Nienburg fahren wohl kein Fahrrad. Die Fahrradinfrastuktur ist eine glatte 6. Straßen ohne Radwege bei dichtem Verkehr. Schlechte Wegstrecken. Der Radweg zwischen Nienburg und Mardorf bekommt extra ein Schild "Schlechte Wegstrecke auf 5 km". Es sind aber 12 km Strecke, dabei fühlt man sich mehr an eine Achterbahn als an einen Radweg erinnert.

Erst gegen 18:00 Uhr und nach 105 km kommen wir in Mardorf an. In der Jugendherberge bekommen wir unser Zimmer und noch ein Abendessen. Guter Salat, Brot und Aufschnitt und Käse. Im Gegensatz zu Müden ist die Jugendherberge rappeldicke voll. Draußen sind zusätzliche Zelte aufgestellt, in denen eine Klassefahrt untergebracht ist. Was für ein Gegensatz zu Müden. Uns ist das egal. Wir haben nach einem anstrengenden Tag, an dem Dani über sich selbst hinausgewachsen ist, ein Essen und ein Bett.

Wir lassen den anstrengenden Tag bei einem Eis am Steinhuder Meer ausklingen. Gegen Abend kommt sogar noch die Sonne raus.

Abendstimmnung am Steinhuder Meer

die Radfahrer

Daten

Distanz 105 km
Fahrzeit 8 Std
Durchschnitt 17,56 km/h
Start 10:00
Ende 18:00

 

22. August - Müden Damme

Was macht es doch für einen Unterschied, wenn die Sonne scheint. Bei sonnigem Wetter und noch frischen Temperaturen brechen wir nach einem guten reichhaltigen Frühstück gegen 9.40 auf. Die heutige Etappe ist eher flach und hat nur in Daemme eine knackigen kurzen Anstieg für uns.

Immer Richtung Westen

 

Hin und wieder fragen wir uns beim Blick zurück, ob denn das Wetter halten wird, aber es bleibt den ganzen Tag sonnig und trocken. Lustige Orte gibt es: Wasserstraße, dabei ist hier gar kein Wasser.

wird das Wetter halten

Wasserstraße

Es sind noch gut 2 km bis zur  Weser, die hier noch ein niedliches Flüsschen ist. Wir überqueren die Weser an einer Staustufe bei Schüsselburg. Um uns rum nur Natur, und das Wetter hält.

Weser

Weser bei Schlüsselburg Weser bei Schlüsselburg

 

Viel los ist in diesem Landstrich nicht. Uns ist das recht, hin und wieder mal ein Trecker aber sonst keine Autos. Wir sind meist auf kleinen Straßen unterwegs. Nicht mal einen Supermarkt oder eine Bäckerei begegnet uns auf dem Wege. Wir müssen uns bis nach Wagenfeld gedulden, bis wir einen Supermarkt finden und unser Mittagessen kaufen können. Unser Mittagspicknick findet daher auch ganz unromatisch auf dem Parkplatz des Supermarktes statt.  Irgendwann kommen wir an den Dümmer, an dem wir ein Stück lang am Ufer entlangfahren. Am Steinhuder Meer waren es sehr viele Segelboote an Stegen, hier ist es deutlich weniger. Hannover ist halt schon was weiter weg. Ein einsames Segelboot und ein Paddler sind bei Flaute und Sonnenschein auf dem Wasser.

Die Jugendherberge liegt (natürlich) oben auf dem Berg, sind ja die "Dammer Berge". Besonders hoch sind die nicht, nur rund 120 über NN sind die höchsten Punkte. Kurz und knackig geht es den Hügel hoch. Obwohl auch hier in der Jugendherberge 3 Gruppen sind, ist es bedeutend leiser und rücksichtsvoller als in Mardorf. Abendbrot bekommen wir in der DJH, Salat, Brot mit Köse und Aufschnitt und gefüllte Kartoffeltaschen. 

Wir lassen den Abend mit einem Spazeirgang am "Bergsee" ausklingen.

Bergsee Damme

 

 

Distanz 95 km
Fahrzeit 7 Std
Durchschnitt 18,38 km/h
Start 9:40
Ende 16:40

 

23. August : Damme - Meppen

Heute geht es nur bergab. Von Damme aus auf einem alten Schieneweg geht es nach Holdorf.

Bahnstrecke nach Holdorf

Leider hat der Fahrradhändler in Holdorf geschlossen und wir verzichten darauf, unseren Reifen Luft nachzupumpen. Über kleine Straßen und Wirtschaftswege geht immer Richtung Westen. Diesmal sind wir schlauer und kaufen uns für das Mittagessen belegte Brötchen bei der ersten sich bietenden Gelegenheit in Badbergen. Das Wetter wird immer besser, die Sonne scheint. Mittagessen bei km 53 in einem kleinen Dorf Namens "Felsen".

Mittagspause

Über Haselünne geht es weiter an den Dortmund-Ems-Kanal und nach Meppen. Am Kanal eine tolle "Rad-Autobahn". Viel zu früh sind wir an unserem Zielpunkt angekommen. Für die 85 km haben wir einen Schnitt von 19,36 km/h hingetreten.

Rad-Autobahn entlang dem Dortmund-Ems-Kanal

Meppen zeigt sich von seiner schönsten Seite. Nach einer Eisdiele müssen wir lange suchen. Schließlich gibt uns ein Einheimischer einen guten Tipp. Auf der Rückseite eines modernen Einkaufscenters direkt am Wasser gibt es eine italienische Eisdiele und ein Restaurant. Das Eis schmeckt und wir genießen die Ruhe und den Ausblick auf die "Alte Hase" und die Werft des Wasser und Schifffahrtsamtes.

Meppen - Hasemundung Meppen - Hasemundung
Ems-Kanal Meppen Innenstadt

 

Distanz 85 km
Fahrzeit 5:45 Std
Durchschnitt 19,36 km/h
Start 9:30
Ende 15:15

 

24. August - Holland

Heute geht es nach Holland. Dort soll es ja mit die beste Infrastruktur für den Fahrradverkehr geben. Für mich sind manchmal die Führungen des Radverkehrs ungewohnt, denn häufig werden breite Zweirichtungs-Radwege auf nur einer Straßenseite geführt. Im Großen und Ganzen sind die die Wege toll, kein Vergleich zu den in Deutschland meist miesen Zuständen.

Radweg durch den Wald in Holland Radweg durch den Wald in Holland

 Und dann ist Holland plötzlich so, wie man es sich immer vorstellt. auf der einen Seite ein Kanal, eine Straße und ein paar Häuser.

Holland

Diesmal haben wir über booking.com eine Privatunterkunft gemietet. Der Vermieter Willem hatte sich schon 2 Tage vorher gemeldet und wir hatten einiges geklärt. Er würde nicht da sein, aber er hatte uns beschrieben, wo wir den Schlüssel finden und noch ein paar weitere Infos. Er hatte uns statt des gemieteten Zimmers das Studio mit eingenem Eingang gegeben, damit wir unabhängig sind.

Also ankommen, duschen, Essen gehen bei "la Mama" dem Italiener vor Ort. Eigentlich mehr ein Lieferservice, der auch ein paar Tische bereitgestellt hat.  Man sitzt fast mitten in der Küche. Die Auslieferfahrer kommen und gehen völlig unauffällig. Super Essen.

Abends sitzen wir auf den Stühlen am Kanal als Willem und seine Frau kommen. Ein wenig Smalltalk und ein Bild. Dann geht auch dieser Tag zu Ende.

bei Willem

bei Willem bei Willem

bei Willem 

 

Distanz 81 km
Fahrzeit 6:15 Std
Durchschnitt 17,65 km/h
Start 9:40
Ende 16:00

 

25. August - Holland an die Nordsee

Nach einem tollen Frühstück bei Willem machen wir uns auf den Weg immer nach Norden. Der Wind hat gedreht  und kommt uns aus nördlichen Richtungen entgegen. Es wird heute zudem die längste Tour werden. 105 km sollen es werden. Wir machen aber noch einen Abstecher in die Innenstadt von Emden und so werden es dann 119 km.

Abfahrt in Oude Pekela

Ein paar Eindrücke aus Oude Pekela:

Oude Pekela Oude Pekela
Oude Pekela Oude Pekela

Unsere Fahrt geht an Kanälen auf gut ausgebauten Radwegen entlang.

auf zur Nordsee

Irgendwann tauchen in der Ferne Windräder auf. Komisch irgendwie habe ich in Holland nur wenige gesehen. In Deutschland stehen von den Dingern überall welche rum. Außerdem kommt in der Ferne der erste Deich in Sicht.

Nordsee in Sicht ?

 Am Sperrwerk der Buiten Aa sehen wir die Nordsee und befinden uns kurz danach wieder auf deutschem Boden.

Sperrwerk Buiten Aa Sperrwerk Buiten Aa
   

Wenn man über den Deich schaut, dann sieht man in der Ferne schon die  Stadt Emden: Aber bis dahin ist es noch ein Stück zu fahren.

Skyline Emden

Unser Weg am Deich entlang führt uns zunächst bis zur Emsfähre Ditzum. Dort baut sich langsam ein Stau von Fahrradfahrern auf, denn die Fähre macht gerade Mittagspause und verkehrt eine Stunde lang nicht zwischen Ditzum und Peklum. Kurz vor 13:00 Uhr wird die Fähre wieder geöffnet und die Radler dürfen an Bord. Wir sind bei den ersten, die rauf dürfen, nach uns kommen noch viele andere. Um 13:00 Uhr ist es dann so voll auf der Fähre, daß außer den Fahradfahrern nur noch ein PKW mitgenommen werden kann. Der nette Fährmann, der das Fährgeld eintreibt, fragt, ob das (damit meint er unsere Liegeräder)  denn muskelbetriebene Fahrräder sein. Als wir es bejahen, meint er, das wäre günstiger als die Pedeleks, die würden eine Aufpreis kosten.

 

Fähre Ditzum

Hafen Ditzum Hafen Ditzum
 Ems  Ems

Auf der anderen Seite der Ems suchen wir ein wenig nach dem richtigen Weg Richtung Emden. Wir radeln außendeichs direkt am Wasser und kommen schnell nach Emden. Leider fahren grade Schiffe in die Seeschleuse und wir müssen erneut eine Zwangspause einlegen. Als dann endlich die Schleuse wieder geschlossen ist, kommen wir weiter.

Emden Seeschleuse

Wir entscheiden uns, unsere Mittagspause in Emden zu machen, fahren an den alten Hafen und essen Fischbrötchen. Danach dauert es leider etwas, bis wir wieder auf unserem Track sind, der keinen Abstecher nach Emden vorgesehen hatte. Durch das Warten an der Fähre und der Schleuse und dem Abstecher nach Emden verlieren wir gut und gerne 1,5 Std.

Emden alter Hafen

Noch fahren wir Richtung Westen und der Wind kommt mehr seitlich als von vorne.  Leider ändert sich unsere Route in Richtung Norden, und der aufgefrischte Wind kommt uns nun genau von vorne entgegen. Wir haben schon 75 km in den Beinen, aber immer noch ne Menge vor uns. Es wird heute unsere längste Tour werden. 119km wird das Navi am Ende anzeigen. Bis nach Norddeich bleibt uns dieser Wind erhalten und wir kommen kaum über 20km/h hinaus. Mit Rückenwind wären wir hier sicherlich längsgesaust. Eine Umleutung zwingt uns, den Deich zu verlassen und wir radeln den spärlichen Schildern folgend auf rumpeligen Feldwegen weiter. Das ist noch anstrengender als am Deich. Auch wenn die Umleitungen weiter ins Landesinneren zeigen, fahren wir zurück zum Deich und finden auch keine Ursache, warum der Deichweg gesperrt oder nicht befahrbar sein sollte.

Statt der Ems begleitet uns nun die Nordsee oder das Wattenmeer, denn grad ist Ebbe und das Wasser weg. Am Horizont erscheint der Leuchttumr von Pilsum.

Leuchtturm Pilsum

 

 

Leuchtturm Pilsum

Wir machen eine letzte Rast, stellen fest, dass wir kaum noch Wasser bzw. eas zu trinken haben, essen unseren letzten Kuchen auf. Es ist kuz nach 17:00 Uhr, und wir haben noch gut 25km vor uns. Die Pause währt daher nur kurz. Erst kurz vor 19:00 Uhr sind wir an der Jugendherberge in Norddeich, checken ein, duschen und bekommen noch ein Abendbrot, obwohl die Abendbrotszeit schon vorbei ist.

Wir genießen einen tollen Sommerabend am Meer. Der Wind, der den ganzen Nachmittag uns entgegengepustet hat,  hat sich abends gelegt. Bummeln auf der Promenade oder auf dem Deich, Sitzen auf einer Bank am Meer, Eis essen und einen tollen Sonnenuntergang können für den harten Tag einen kleinen Ausgleich schaffen.

Sonnenuntergang in Norddeich

Sonnenuntergang in Norddeich

 

Distanz 119 km
Fahrzeit 9 Std
Durchschnitt 16,30 km/h
Start 9:50
Ende 18:45

 

26. August - Ruhetag in Norddeich

Heute machen wir Ruhetag. Na ja, nicht ganz; immerhin werden wir noch gut 60 km nach Jever fahren. Aber den Vormittag verbringen wir in Norddeich und sehen uns unter anderem die Seehundaufzugsstation an. Alle Heuler, die ihre Mutter verloren haben und im Niedersächsischen Wattenmeer gefunden werden, kommen in die Aufzugsstatiuon nach Norddeich. Mehr als 100 Tiere waren in der Station.

Seehund

In verschiedenen Bereichen und Becken werden die Heuler auf ihre Auswilderung vorbereitet.

Seehund

Seehund

 

Am Nachmittag radeln wir nach Jever. Immer entlang der Nordsee, die aber mal wieder verschwunden ist. Der Wind kommt auch heute von vorne. Hat also auf Ost gedreht und macht uns wieder das Fahren nicht leichter. Aber die gut 60 km sind schnell geschafft.

Wattenmeer

 

 

Distanz 62 km
Fahrzeit 4:30 Std
Durchschnitt 17,7 km/h
Start 12:00
Ende 16:30

 

27. August  - Immer Richtung Weser

Die Jugendherberge in Jever kann bei uns viele Punkt einsammeln. Das Abendessen ist wohl das beste, was wir auf dieser Tour in einer Jugendherberge bekommen haben. Einfach Super. Die Jugendherberge ist fast neu und die Gäste sind in verschiedenen Bungalows untergebracht. Wir haben einen eigenen Eingang für uns und es ist fast wie in einem Ferienhaus. Ein Raum mit 2 Betten, Dusche, WC. Zum Essen muss man ins Haupthaus gehen.

DJH Jever

 

 

Nach dem super Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg und kommen etwas südlich von Wilhelmshaven wieder an die Nordsee.

Entgegen der ursprünglichen Planung verlängern wir die heutige Etappe indem wir nicht hinter Seefeld nach Norwesten Richtung Nordenhamm fahren, sondern wir nehmen den "Umweg" über Bruhave.

Meist radeln wir in Nähe des Deiches am Jadebusen entlang. In Dargast befindet sich ein großer Campingplatz, außerdem ist noch ein Mittalalterlicher Markt aufgebaut. Alles ist sehr voll, manchmal müssen wir die Räder schieben, weil zu viele Fußgänger ein Fahren unmöglich machen. Wir sind froh, als wir den Ort wieder verlassen haben. Von nun an ist der Deich wieder für lange Zeit unser stetiger Begleiter.

Am Deich

Am Deich

Eine Umleitung bei Varel führt uns einige km vom Deich weg. In Burhave machen wir Mittgspause. Nun sind es aber auch nicht mehr viele km bis nach Bremerhaven.

Strand Burhave

Schon von Burhave aus kann man am Horizont die Siluette - von einer Skyline möchte ich hier nicht sprechen - von Bremerhaven sehen. Je näher wir an die Fähre kommen, um so deutlicher sehen wir am Horizont die Containerladebrücken und die Gebäude rund um das Klimazentrum.

Bremerhaven in Sicht

 

Mit der Fähre von Blexen nach Bremerhaven überqueren wir die Weser und nach kurzer Fahrt kommen wir am Jugendgästehaus an.

Bremerhaven in Sicht

Bremerhaven in Sicht

Das Jugendgästehaus stellt und ein kostenloses Ticket für den ÖPV. Damit fahren wir abends noch mal in den alten Hafen und machen eine schönen Abendspaziergang.

Seute Deern

 

Distanz 94 km
Fahrzeit 6:40 Std
Durchschnitt 17,2 km/h
Start 09:30
Ende 16:10

 

28. August - Die Elbe naht

Auch die heutige Etappe ist Dani mit nur 72 km zu kurz. Wir planen um und entscheiden uns über Otterndorf an die Elbe und dann entlang der Elbe nach Stade zu fahren.

Damit ist die heutige Etappe wiederum über 100 km lang - 115 km um genau zu sein. Zunächst geht es quer durchs Land. Auch eine Gruppe mit Pedelecs können wir überholen. Unsere Beine arbeiten mitlerweile von alleine. In Otterndorf kaufen wir Brötchen, Kuchen und Getränke ein und dann geht es an die Oste. Ein Sperrwerk schützt die Oste vor Sturmfluten.

Oste Sperrwerk

Schell sind wir an der Elbe. Am Horizont tauchen die Atom-Meiler von Brunsbüttel und Brockdorf auf.

An der Elbe

Kurz vor Stade, als wir gerade vom Deich abbiegen habe ich so schwammiges Fahrverhalten. Ich überprüfe das Hinterrrad - okay; das Rad des XtraWheel auch okay. Da sagt Dani: "Dein Vorderrad ist platt".

Da hat es uns nach mehr als 800 km dann doch mal erwischt. Plattfuss. Das Vorderrad ist schell ausgebaut. Der Reserveschlauch ist eingezogen. Mit der kleinen Pumpe gelingt es mir etwa 6 Bar in den Reifen zu pumpen. Nach gut 15 Minuten können wir weiter.

Die Jugendherberge in Stade ist schnell gefunden. Sie liegt zentral in der Altstadt. Das Treppenhaus hinauf zu unserem Zimmer ist von etlichen Spinnen bevölkert, in unserem Zimmer sind viele Spinnweben aber keine Spinnen. Sauber ist was anderes. Sonst ist die Unterkunft okay; das Essen ist fast so gut wie in Jever.

Am Abend unternehmen wir einen Stadtbummel durch die alte Innenstadt von Stade.

Stade

Stade

Stade

Stade

 

Stade

 

 

Distanz 115 km
Fahrzeit 8:10 Std
Durchschnitt 18,6 km/h
Start 09:20
Ende 17:30

 

 

29. Aug - Heimfahrt

Es soll sehr warm werden an diesem 29. August. Bis zu 27°C sind angekündigt. Wir ändern unser morgentliches Ritual und haben vor dem Frühstück um 7:30 Uhr schon gepackt und eingekauft. Schon kurz nach halb neun sind wir unterwegs. Wir wollen die Mittagshitze umgehen und wenn möglich vor 15:00 Uhr zu Hause sein. Das sind wir dann auch. Eher als gedacht um 14:15 rollen wir auf unsere Auffahrt.

Die Tour wenig spektakulär. Immer am Deich lang, dann kurz durch den Hafen und wieder am Deich lang.

Elbe

Das Aufregenste dabei ist die Fahrt durch den Hafen. Wir wollen die vollen Straßen meiden und uns zwischen Container-Terminal Altenwerder und Schlickdeponie Altenwerden durchmogeln und so zur Kattwyk-Brücke durchschlängeln. Irgendwo steht auch ein Schild: "Zufahrt zur Hubbrücke nur über ..." aber dieses Schild ist umgedreht. Nun gut. Wir finden die richtige Straße und dann stehen wir an einer Baustelle für einen neue Brücke. Nachfrage bei den Bauleuten: Kein Durchkommen. Sch...

Hamburg

Also wieder 3 km zurück und dann auf die volle Straße. So voll ist sie dann doch nicht, und auch der Rest durch das Hafengebiet geht erstaunlich gut. Schnell sind wir an der alten Harburger Ebbrücke. Nun wieder am Deich entlang noch rund 40km.

Hamburg

Es ist schön wieder in bekanntes Gebiet und nach Hause zu fahren. Ab Hoopte ist alles so vertraut....

Hoopte

 

 

Distanz 89 km
Fahrzeit 5:30 Std
Durchschnitt 18,5 km/h
Start 08:30
Ende 14:15

 

Insgesamt in Zahlen:

  • 925 km
  • 2 Staaten (D/NL)
  • 5 Bundesländer (SH/NDS/NRW/HB/HH)
  • 10 Tage
  • Durchschnitt in Fahrt 18.2 km/h
  • 1 Panne
  • keinen technischen Ausfall
  • 2x Regenschauer
  • keinen Sonnenbrand
  • keinen Unfall

Super Urlaub

 

-----

 

 

Page created on Montag, 15 Mai 2017 13:35

News