Liegerad 2020

Februar 2020

21. Februar - Wartungsarbeiten am Wolf

Nach nunmehr 15.000 und ein paar mehr km sind die Wartungsarbeiten am Wolf nicht mehr weiter aufschiebbar. Und wie sich zeigen soll, auch dringnd notwendig. Die Kettenverschleißlehre zeigt eine gelängte Kette, die Schaltung arbeitet nicht mehr 100% präzise und dreckig ist das Rad auch. Na ja, etliche Fahrten bei Schmuddelwetter und der Dreck sammelt sich. Hier ist also mal eine dringende Renigung angesagt.

Folgende Teile werden nach 15.000 km getauscht:

  • Kette,
  • Kettenblätter
  • Ritzelpaket
  • Schaltungsröllchen
  • Bremsbeläge

Es ist draußen Schietwetter und da kann ich mich in aller Ruhe den Wartungsarbeiten widmen, Der Wolf wird im Gartenhaus an die Decke gezogen, Vorder- und Hinterrad ausgebaut, Bremsbeläge ausgebaut.

Bremsbeläge runter nach 15.000 km

Die Bremsbeläge haben kaum noch Masse, nur noch ein wenig Bremsen und der Träger würde sich in die Scheibe fressen. Kein großer Akt die Beläge zu tauschen: Einstellschraube am Bremsgriff rausdrehen, damit die Bremssättel ganz nach außen fahren können, Split raus, Schraube raus, Beläge entnehmen und neue Bremsbelage einsetzen. Um das Rad mit der Bremsscheibe wieder einzusetzen muss ich die Bremskolben mit einem Schraubendreher dazu "überreden", ganz nach außen zu fahren.  Und hinten die gleiche Prozedur.

Die Kette ist schnell geöffnet und entfernt, die Kettenschutzrohre werden auch von innen gereinigt. Um die Kettenblätter  zu wechseln muss der Tretlagerarm aus dem Tretlager entnommen werden, die Kettenblätter sind von innen angeschraubt und das kleine Kettenblatt verdeckt die Schrauben des größeren. Während das kleine Kettenblatt noch sehr gut aussieht, ist der Verschleiß am großen deutlich zu sehen.

Verschließ kleines Kettenblatt

Verschließ großes Kettenblatt

Neues Kettenblatt unten, altes oben mit deutlich kleineren Zähnen.

 

7. März 2020 - schlauchlos platt

Im Herbst - genauer am 16. November - hatte ich den Wolf auf neue Reifen gestellt und dabei auf tubless umgestellt. Im Januar hatte ich dann auf einer meiner abendlichen Runde einen totalen Luftverlust am Vorderrad. Damals dachte ich noch, dass ich was mit dem Felgenband fehlerhaft zusammengebaut habe. Mittlerweile denke ich anders darüber: Heute war er wieder so: Plötzlich unterwegs ein etwa 5-8 Sekunden langes Zischen am Vorderrad und dann war's platt. Diesmal hatte ich zum Glück einen Ersatzschlauch mit. Den schnell eingezogen und die Fahrt ging weiter.

Am Montag habe ich mich dann mit der Ursachenforschung beschäftigt: Fehler konnte ich zunächst keine finden. Das Felgenband war gut verklebt und glatt. Bei genauerem Hinsehen konnte ich einen Riss im Flegenband ausfindig machen.

 

Mir drückt sich der Verdacht auf, als sei die Felge nicht wirklich für den schlauchlosen Betrieb geeignet. Daher habe ich (zunächst) auf Schlauchbetrieb zurückgerüstet.

11. März

Mit der Frage, ob die Felge denn für Tubless geeignet ist, habe ich mich dann an die "Wölfe" gewandt. Ja, die Felge ist okay. Als Hinweis bekam ich noch:

Der Riss hat mit der Montage des Felgenbands zu tun. Beim Reinkleben solltest du das Felgenband so festziehen (ev. mehrmaliges Nachgreifen), dass es bis ins "Tal" des Felgenbetts gezogen wird. Dadurch werden die Flanken des Bandes gedehnt und nicht nachträglich die Mitte, wo es dir gerissen ist. Ausserdem ist das Felgenband für einen maximalen Druck von 4 Bar ausgelegt. Natürlich kannst du mit dem Felgenband auch zweimal rum, das machen wir aber i.d.R. nicht.

Also muss ich das noch mal versuchen. Dazu werde ich, da mein vorhandenes Felgenband sowieso nicht mehr lange ausreichen wird, noch schmales Felgenband für das "Tal" und das 29mm breite übereinander verarbeiten. Zuvor werde ich aber die Bohrlöcher noch mal entgraten, damit da keine scharfe Kante oder anderes mehr ist, was das Felgenband schwächen könnte.

 

15. März

Der Frühling kommt ein wenig in Fahrt, die Temperature klettern ein wenig über die 10°C Marke, Sonnenschien (und Corona im Vormarsch). Also raus aufs Rad. Auch wenn ich immer noch konventionell - soll heißen mit Schlauch - unterwegs bin. 30 - 40 km sind drin.

 

 

April 2020

4. April - Radfahren im Zeichen der Corona Pandemie

Einige Tage gelten nun schon die Regeln, die die Ausbreitung der Pandemie erschweren sollen: Kontaktverbote, geschlossene Geschäfte, Kinos, Theater, Arbeiten im HomeOffice und vieles mehr. Bisher hat das beim Fahrradfahren nicht weiter gestört. Schleswig-Holstein war für touristische Fahrten für nicht Schleswigholsteiner gesperrt. Auf der Lebbrücke aus Richtung Süden kommend gab es einen entsprechenden Hinweis. Als Fahrradfahrer konnte man noch fast überall hin.

Heute war alle anders: Der erste sonnige Tag mit Temperaturen über 15 °C und die Polizei mit mehreren Fahrzeugen und Beamten auf und vor der Elbbrücke. Als wir über die Elbe nach Niedersachsen wollen, kommt uns eine Beamtin entgegen, hält uns an und fordert uns auf, wenn wir Bürger aus S-H sind, dann müßten wir umkehren und in S-H bleiben, Auf der Elbbrücke wurden auch alle PKW und LKW kontolliert.

Corona Kontrolle auf der Elbbrücke

 

Wir haben uns dann im südlichen Zipfel mit den Wölfen herumgetriben.

 

 

Der April ist so gut wie rum. gut 4 Wochen ohne Regen, meistens nur blauer Himmel und fast schon nette Temperaturen, die den Frühling in seiner schönsten Form erahnen lassen. Da die Möglichkeiten, was anderes zu machen als Spazieren zu gehen oder Fahrrad zu fahren, durch Corona nahezu null sind, sammeln sich die km auf dem Tacho. Nach der Arbeit noch schnell 40-60 km. So sind schnell mal in einer Woche 200 km beisammen.

Raps im Frühling

 

Mai 2020 - Immer noch Corona

Es ist Mai geworden. Um genauer zu sein schon Mitte Mai. Die Rapsfelder verblassen, das Gelb verwindet allmählich wieder. Aber Corona ist immer noch, auch wenn sich die Randbedingungen leicht ändern und vieles wieder normal zu sein scheint. Die Hecktik un die Fülle sind wieder da, kaum dass die harten Schutzmaßnahmen etwas gelockert sind. Geschäfte dürfen wieder öffnen, Gaststätten folgen zum 15. Mai.

9. Mai  - mal was anderes ?

Nachdem wir immer wieder die gleichen Strecken gefahren sind - ja, bei Steckenlängen von 45 - 65 km kommt man unweigerlich immer wieder auf die gleichen Strecken und es bildet sich so etwas wie die "Hausrunde" heraus. Wir haben zwei davon, die wir immer wieder in leichten Variationen fahren. Marschenbahndamm:  mal bis Fünfhausen, mal bis Ochsenwerder, mal bis Tatenberg oder die Ilmenaurunde : Direkt an der Ilemnau oder durch die Winserner Elbmarsch.Irgendwann wird das aber eintönig, man kennt unterwegs jeden Stein, jeden Mülleimer und die Plätze zum Rasten - wenn man denn überhaupt rastet, sind immer die gleichen.

 

Also muss was neues her, und die Luhe entlang sind wir noch nicht gefahren. In Winsen fahren wir ernlange geschotteter Wege entlang der Luhe nach Süden. Hier und da kreuzen wir unsere "Ilmenau-Runde" doch dann folgen wir der Luhe. Die Wege führen am Ufer oder in Sichtweite der Luhe entlang und sind zunächste gut ausgebaute Schotterwege. Wir sind zwar nicht so schnell wie auf Asphalt, aber die Wölfe sind auch auf Schotter gut zu fahren. Je weiter wir uns von Winsen entfernen, desto länger sind es unbefestigtet landwirtschaftliche Wege oder reine Waldwege.

Wolf auf Waldweg - Luhe-Radweg

In Köhlerhütte verlassen wir dann den Luheradweg, wir haben genung von unbestigten Wegen. Die Straße ist noch ganz neu und für den Fahrzeugverkehr gesperrt. So ein schöner glatter Asphalt, Pause in Kirchgellersen und dann zurück. Knapp 74 km sind es am Ende.

 

 

21. Mai - Himmelfahrt

Früh am Morgen brechen wir auf - eigentlich ungewöhnlich, denn meistens kommen wir erst nach dem Mittagessen los. Zu viel ist normalerweise zu tun. Heute starten wir um 9:30 Uhr, draußen ist es noch frisch, der Himmel ist mit einer dichten Wolkendecke bedeckt. Aber spätestens nachdem wir in Grünhof auf den Geestrücken gefahren sind, ist uns warm, durch den Wald entlang der B5 nach Lauenburg. Vaddertagsgruppen sind keine utnerwegs - dürfen sie auch nicht, wegen Corona und auch der Verkehr auf der B5 hält sich noch zurück. Der Anstieg bei Boizenburg - kein großes Ding mehr, denn wir haben dieses Jahr schon mehr als 2000 km in den Beinen. Rauf da und die Abfahrt runter nach Boizenburg mit Tempo 50 genießen, den kleinen Schlenker durch den Hafen und schon sind wir auf dem Deich : Elbe rechts, Sude links, und jedem Menge Grüppchen von Radfahrern, meist älteren Semesters. Die jungen sind wohl nicht so früh aufgestanden. Noch etwa 10 km bis zur Fähre, wie üblich kommt der Wind hier von vorne, selten, dass wir hier mal Rückenwind erelben - warum eigentlich ?

Die Fähre kommt und spuckt gefühlte 100 Radfahrer an Land. Auf der Tour Richtung Bleckede sind wir die einzigen Radler, aber am anderen Ufer wartet schon die nächste Traube Radfahrer.

Fähre Bleckede

In Bleckede machen wir Pause. Im Bereich des Anlegers wurden neue Sitzterrassen angelegt und da lassen wir uns nieder und essen, während die Fähre hinüber und zurückpendelt, unsere mitgebrachtet Verpflegung. In Bleckede das übliche Bild: Touristen überall, die Lokale füllen sich zur Mittagszeit. Eigentlich wie immer, als sei Corona schon vorbei.

Fähre Bleckede

In rascher Fahrt - der leichte Wind kommt nun von hinten - geht es zurück. Immer am Deich entlang. deutlich voller wird es am Deich.  Und auch die ersten Fahrradtouristen sind dabei. Wie immer. In Hinstorf kommt die Sonne raus und das triste Grau des Vormittags weicht schnell einem strahlenden Blau und ie Temperaturen gehen noch einmal deutlich nach oben.

 

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