Liegerad 2019 - Sommertour

Sommertour 2019 - vom 9.7 - 22.7 rund ums Ijssellmeer (Holland)

Prolog

In Kurzform beschreibt sich unser Urlaub so:

  • 12 Tage mit 2 Wölfen unterwegs
  • Mit der Bahn bis Münster und dann ums Ijsselmeer und zurück nach Geesthacht.
  • 1261 km auf dem Rad
  • Keine Panne, kein technisches Problem.
  • Wetter : Na ja... 14-20°C Regenschauer und Sonne

 

Tag 1 - Dienstag 9. Juli - Geesthacht - Bergdorf - Münster - Winterswijk

Unser IC ab Bergedorf geht um 10:04 Uhr. kurz nach  8:30 Uhr sind wir fertig zur Abfahrt und fahren nach Bergedorf. Natürlich sind wir viel zu früh am Bahnhof, aber das macht nichts. Der Zug kommt pünktlich, aber das Rad-Abteil ist trotzt der notwendigen Reservierung schon voll. Ein Tandem steht an der linken Seite, Pedeleks und Räder z.T. mit Packtaschen stehen oder hängen in den Fahrradplätzen, nur unsere reservierten sind belegt. Für einen Wolf ist noch Platz, der andere wird an der linken Tür angelehtn und gegen verrutschen mit Gurten gesichert. Später muss auch dieser, nachdem Platz durch aussteigende Radfahrer frei geworden ist, in eine Parklücke eingestellt werden. Der Zugbegleiter beharrt darauf, obwohl wir schon in Osnabrück sind und wir in gut 15 Min aussteigen werden.

In Osnabrück ist es deutlich wärmer als heute morgen in Hamburg. Also erstmal die warme Jacke, die wir morgens gebraucht hatten verstauen und dann los, runter vom Bahnsteig und schnell noch 2 Brötchen gekauft und gegessen. Es ist kurz nach 13:00 Uhr, als wir uns aufmachen und unseren Weg durch Münster suchen.

 

Die Strecke ist wenig spektakulär und verläuft meist auf straßenbegleitenden Eadwegen oder kleinen Straßen mit nur wenig Verkehr. An einer Einmündung bremse ich vorsichtshalber stark ab, da ich nicht sicher bin, ob der Autofahrer mich auf dem Radweg gesehen hat. Dani hinter mir kommt nicht rechtzeitig zum Stehen und durch die Berührung unserer Packtaschen falle ich um. Nichts passiert,

Am späten Nachmittag kommt noch die Sonne raus und bei angenehmen Temperaturen verlassen wir Deutschland und fahren in die Niederlande. Die Grenze bemerkt man kaum, nur die Radwege und die Verkehrsführung für Fahrradfahrer ändern sich. Die Radwege sind breiter und weiter von der Straße entfernt.

Grenze Holland

Auf guten Radwegen oder kleinen Straßen kommen wir gut voran. Unsere erste Nacht verbringen wir in einem fast neuen Bed & Breakfast in der Nähe von Winterwijk. Toll, was man aus einem alten Kuhstall machen kann. Das B&B ist ganz klar eine Empfehlung. Neue saubere Zimmer (3Stück) gemeinsamer Wohnraum mit Küche (Kaffee & Tee kann man sich machen) und morgens das wohl beste Frühstück der Tour.

Bed & Breakfast Winterswijk

Abends gibts noch eine kleine Tour rein nach Winterswijk, denn wir sind gut 3 km außerhalb. Wir finden an der alten Kirche etliche Restaurants, entscheiden uns für einen Italiener und genießen danach noch ein Eis. Auffallend schon hier und das sollen wir in vielen holländischen Städten so erleben: keine Autos in der Innenstadt, aber überall Fahrräder.

Winterswijk

Die Räder sind in der Nacht in einer Radgarage untergestellt. Am kommenden Morgen genießen wir das Frühstück.

 

Tag 2 - Mittwoch 10. Juli - Winterswijk - Kampen

 

Bei Sonne und erfrischenden Temperaturen starten wir in Winterswijk. Auf meist kleinen Straßen geht es immer Richtung Nord-West und der Wind kommt uns beständig entgegen. Die Landschaft ist eher monoton und bäuerliche Betriebe bestimmen das Landschaftsbild: Maisfelder, Wiesen, Grünland mit und ohne Rinder. Das Wetter zieht sich immer mehr zu, die Sonne ist schnell weg. Mittagspause an einem Kanal mit typisch holländischer Brücke

Mittagspause am Kanal

30 km vor Kampen setzt leichter Nieselregen ein, der leider immer stärker wird. Nass kommen wir in Kampen an, finden unser Bed & Breakfast mitten in der Stadt am Rande der Fußgängerzone und werden freundliche begrüßt. Die Räder können wir im Haus einstellen. Es ist ein uhriges altes Haus. Von hier aus können wir nach einer ausgiebigen Dusche die Stadt erkunden. Kampen ist eine alten Hansestadt und vieles erinnert an z.B. Lübeck.

Hansestadt Kampen Hansestadt Kampen

 Hansestadt Kampen

 

 

Tag 3 - Donnerstag 11. Juli - Kampen - Muiden

Eigentlich wollten wir heute bei Velomobiel.nl vorbeischauen und wenn möglich ein Quest probefahren oder zumindest, dass wir uns mal reinsetzen. Aber leider wurde meine Anfrage per email nicht beantwortet. Wir versuchten zwar spontan in Dronten vorbei zu fahren. Aber ohne direkte Anschrift und Navieintrag sind wir nur ein wenig im Industriegebiet Dronten herumgefahren ohne Velomobiel.nl zu  finden. Schade, aber kann man nicht ändern.

 

Brücke nur für Fahrräder und Fußgänger

In Dronten haben wir dann auch noch in der neuen Innenstadt - oder mehr einer Shoppingmall - kurz eingekauft und dann sind wir ans Ijsselmeer gefahren. Immer wieder mal erstaunte uns die tolle Radinfrastruktur. Sobald wir eine größere Straße benutzen wollten, gab es einen tollen Fahrradweg: breit, glatt, rot. Leider kamen immer wieder Schauer auf, und wenn möglich suchten wir Schutz unter einem Baum oder anderswo.

Warten an der Brücke Radwege Holland

Am Ijsselmeer erwischte uns ein heftiger Regenschauer und wir waren nass, aber kurz danach kam sie Sonne durch und wir trockneten genauso schnell wieder. Kurzer zwischenstopp in Lelystad

Lelystadt

und Almere und immer wieder tolle Radwege, die richtig Spass machen, Fahrrad zu fahren. Und manchmal auch noch nicht ganz fertig ist. Auch die Holländer haben noch ein paar wenige Baustellen in ihrem Fahrradnetz. Einmal standen wir am Ende eines super neunen Radweges, der auf der Wiese zu Ende war. Von Almere führt eine Fahrradautobahn über 20 km bis nach Amsterdam.

Fahrradweg in Almere Ende der Ausbaustrecke

 

Nahezu kreuzungsfrei und wenn dann mit eingebauter Vorfahrt konnten wir den Weg bis zu Abfahrt Muiden nutzen.

In Muiden waren wir für 2 Nächte im Studio Amuda (Amuda ist der alte Name von Muiden) untergekommen. Unser Wirtsleute waren so was von herzlich und zuvorkommend und verwöhnten uns mit allerlei frischen Gemüse. Wir konnte unsere durchgeschwitzte Wäsche waschen, die dann auch mal eben den Trocker von innen sehen konnte. Dafür gibt es die glatte EINS mit Auszeichnung. Muiden ist ein kleiner Ort vor den Toren Amsterdams. Die Kneipen hatten an diesem Abend gut zu tun und am Kanal sitzend ließen wir den Tag ausklingen.

Muiden Muiden

 

Tag 4 - Freitag 12. Juli - Muiden - Amsterdam - Muiden

Über die Fahrradautobahn gelangen wir entpspannt an den Rand der Amsterdamer Innenstadt - toll und total easy

 

 

 

Wir stellen die Räder in der Nähe des Hauptbahnhofes ab und erkunden die innere Innenstadt zu Fuß, bei einer Brasserie erstehen wir für unglaubliche 22.-€ 2 Heiße Schokoladen und 2 reichlich und gut belegte Käsebrötchen. Auch auf Nachfrage blieb der Preis so. Wir wundern uns ein wenig, aber der Hunger ist größer. Leider fängt es an zu regenen und das soll sich auch die nächsten 3 Stunden nicht ändern. Wir laufen kreuz und Quer durch die Innenstadt, vorbei am Stadtpalast und Madam Tussaud, durch die geschäftigen Einkaufsstraßen.

Amsterdam zu Fuss Amsterdam zu Fuss
Amsterdam zu Fuss Amsterdam zu Fuss

Nachmittags haben wir uns für eine geführte Fahrradtour angemldet, wir fahren zum Treffpunkt, können die Räder einstellen und auf Stadt-Fahrräder umsteigen, Der Regen soll in rund einer Stunde aufhören und so machen wir uns als kleine Gruppe von Stadtführer und fünf Personen mit den Rädern auf durch Amsterdam; vorbei am:

  • Hauptbahnhof
  • Zeeheldenbuurt
  • quer durch den Jordaan - das letzte Haus wurde erst 2010 an die Kanalisation angeschlossen,
  • vorbei an der Norderkerk, in der Rembrand begraben ist, dessen Besitz komplett versteigert wurde und der arm gestorben ist
  • entlang der Grachten in den Vondelpark
  • zum Rijksmuseum
  • Alte Schleusen zur Regulierung des Wasserstandes in Amsterdam
  • Magere Brugt
  • Schiffahrtsmuseum
Amsterdam - Jordaan Amsterdam - Jordaan
Amsterdam - by Bike Amsterdam - Jordaan
Amsterdam - Jordaan Amsterdam - by Bike
Amsterdam - Vondel-Park Amsterdam - by Bike
Amsterdam - by Bike Amsterdam - by Bike
Amsterdam - by Bike Amsterdam - by Bike

Nach der Tour fahren wir mit vielen Eindrücken zurück nach Muiden.

 

Tag 5 - Samstag 13. Juli - Muiden -Nordsee

Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern, bekommen noch zwei frische Gurken aus dem Garten mit auf den Weg und machen uns auf den Weg quer durch Amsterdam Nord Richtung Nordsee. Alle Befürchtungen mit den Rädern im Großstadtverkehr unterzugehen, erweisen sich als falsch. Auf guten Radwegen und kleinen Straßen kommen wir gut und entspannt durch die Großstadt.

Radwege Amsterdam Nord

 

Das Meer ist kurz nach 13:00 Uhr erreicht, Wijk aan Zee heißt der Ort. Kleine Häuschen, viele Ferienwohnungen und hier und da eine kleine "Bettenburg". Überschattet wird der Strand allerdings von einem Stahlwerk an der Flussmündung. Sieht schon etwas bizzar aus, oder ?Stahdwerk am Nordseestrand

Aber wir wollen ja nicht zurückschauen sondern nach vorne blicken. Vor uns Strand und Meer und eine lange Mole, die Wölfe bleiben am Anfang der Mole zurück und wir gehen zu Fuß bis zur Spitze. Auf der Mole ist es richtig windig. Am Strand sind einige Wellenreite dabei, ins wasser zu gehen. Aber vermutlich sind die Wellen doch noch zu klein.

Mole Wijk Strand Wijk

Wir fahren das Stück zurück nach Wijk aan Zee, machen unterwegs an einem alten Bunker eine Mittagspause und biegen dann auf den Nordseeküstenradweg in Richtung Norden ein, Der Ort liegt schnell hinter uns und vor uns nur noch Dünen so weit das Auge reicht. Fast so wie in Dänemark, nur das die Wege hier mit Pflastersteine  belegt sind. Scheinbar sind wir die einzigen, die hier mit dem Rad unterwegs sind, und das, obwohl es zum einen der Nordseeküstenradweg ist, zum anderen das hier Holland ist, wo jeder Rad fährt und dann auch noch Samstag ist. Das Wetter wird auch immer besser.

 

Dünen Holland

 

Dünen Holland

Dünen Holland

In Eegmond aan Zee kommt sogar die Sonne raus und wir verweilen ein wenig am Strand. Egmond selber gefällt uns nich so. Der Ort ist vom Massentourismus geprägt: Zu viele Bettenburgen und zu viele Leute. Leider ist das Wetter trtz der Sonne mit nur 15-16° kühl, so dass wir kein Bad in der Nordsee nehmen. Die Füße müssen aber schon rein.

Egmond Strand

Mit einem Schlenker über Bergen fahren wir nach Alkmaar. Unsere Unterkunft ist diesmal das Hostel "Kings In" mitten in der Stadt. Als Basis diente eine alte Kohlenhalle von neunzehnhundertschießmichtot. Innen sieht es ein wenig nach Knast aus, und die meisten Zimmer haben keine Fenster. Ich möchte nicht wissen, wie warm das wird, wenn draußen die Temperaturen mehr als sommerlich sind und die Sonne auf die alte Halle brennt. Na ja, wir haben ein Zimmer(chen) ohne Fenster, mit Nasszelle. Für 2 Nächte geht es erstaunlich gut, aber wir sind auch nur zum Schlafen im Hostel.

 

Tag 6 - Sonntag 14. Juli - Alkmaar rundum

Auch in Alkmar bleiben wir 2 Tage. den zusätzlichen Tag wollten wir nutzen, um die holländische Nordseeküste zu erkunden, am Strand zu entspannen und auch Baden zu gehen. Leider ist Baden derzeit nicht so richtig angesagt. Bei frischen 16°C muss ich nicht umbedingt in die Nordsee springen. Also vertreiben wir uns die Zeit auf den Wölfen und radeln durch das schöne Nord-Holland.

Vorbei an den Windmühlen kommen wir auf den breitesten Radweg, den wir auf dieser Tour befahren.

Auf unserer Tour begegnen wir sogar einem Radrennen oder einem RTF, Alle Teilnehmer mit Startnummer. In Gruppen und Grüppchen kommen uns die Rennradfahrer auf dem Radweg entgegen. Der Radweg ist alt, schmal und für holländische Verhältnisse in einem schlechten Zustand. Die Rennradfahrer reihen sich hintereinander auf und so haben auch wir genug Platz auf dem Radweg. Auf der parallel verlaufenden Straße fährt keiner der Teilnehmer.

In Callantsoog reißen die dicken Wolken für 1-2 Stunden auf. Callantsoog ist ein netter Ferienort, der noch seine Beschaulichkeit gewhart hat. In einem Fischrestaurant essen wir Scholle, bummeln durch den Ort und gehen am Strand spazieren.

Callantsoog

 

Callantsoog - Strand Callantsoog - Strand

Von nun an geht es südwärts parallel zur Küste nach Süden. Mal auf dem Radweg an der Straße, mal auf gut ausgebauten Wegen durch die Dünen. Die Wölfe sind davon völlig unbeindruckt, und Dani ist begeistert, was man mit dem Wolf alles fahren kann und wo man überall noch durchkommt.

Dünenweg

Dünenweg

Teilweise habe die Holländer sogar hinter die Dünen noch einen Deich gebaut. inbesondere dort, wor die Dünen nur flach sind und nicht weit ins Land hineinreichen. Darauf einen super Radweg. Bei leichtem Rückenwind wird die Fahrt so noch angenehmer.

Irgendwann werden die Dünen wieder größe und höher. Schilder warnen davor, dass der Radweg mit Sand zugewehrt sein könnte,  und der Radweg geht mitten durch diese Dünen.

Dünenweg

Dünenweg

Heute machen wir die 500km seit Münster voll.

 

Tag 7 - Montag 15. Juli - Afsluitdijk

Von Alkmaar geht es an den Westrand des Ijsselmeeres und dann nach Norden. Wir wissen es schon, den Afsluitdijk kann man derzeit nur noch an 4 Sonntagen im jahr befahren. Grund sind die umfangreichen bauarbeiten am Deich, um ihn zu erhöhen und zu verstärken. Somit können wir dort nicht rüberfahren. War eigentlich als eins der Highlights geplant. Aber die Holländer lassen einen da nicht hinfahren und dann geht es nicht weiter. Doch der Reihe nach.

 

Zwichen Medemblik und dem Deich erwischen uns immer wieder feine Regenschauer. Als es zu heftig wird, stellen wir uns bei einem Bauerhnhof kurz unter. Unterwegs werden wir noch Zeuge, wie ein Tieflader mit einem Flügelblatt einer Windkraftanlage rückwärts "einparkt".

Windkraft

Am Deich weisen uns dann rechtzeitig Schilder auf den gesperrten Deich hin und führen uns  den Weg weg vom Deich zu einem Busterminal, vom dem aus un der Fietsbus (kostenlos) über den Deich bringen wird. Das können sich auch nur die Holländer einfallen lassen.

Fietsbus

Fietsbus

Fietsbus

Fietsbus

Gut verpackt und im Bus mit Spanngurten gesichert stehen die beiden Wölfe im mittleren Teil des Busses, mit uns sind noch 3 weitere Fahrradfahrer im Bus, ein Rad hat sogar einen Anhänger mit dabei. Unterwegs am Monument wird noch ein weitere Radfahrer aufgesammelt, und in Kornwerderzand ist dann Schluss mit der Busreise und wir dürfen die letzten 3,5 km über den Deich fahren.

Afsluitdijk

Aufgrund der Bustour ändern wir kurzerhand die geplante Tour und fahren weiter am Ijsselmeer nach Süden. Einen kleinen Abstecher ins Feriengebiet Makkum und dann immer mit Rückenwind Richtung Süden, der Wind schiebt uns an und schnell und leicht erreichen wir mit Gepäck die 30 km/h. Über kleine Straßen und im Zick-Zack-Kurs nähern wir uns dem heutigen Etappenziel: Sneek. Unsere Unterkunft war das B&B De Tred. eine ältere Dame betreibt diese B&B in ihrem Wohnhaus und vermietet einige der sonst wohl leerstehenden Zimmer. Wir schwingen nach einer Dusche noch mal auf die Räder und fahren in den Ort hinein. Das Abendessen bei einem türkischen Italiener ist nix und wir zahlen für diese schlechte Leistung auch nicht den vollen Preis. Einigermaßen satt geworden sind wir zwar aber ein kulinarisches Erlebnis war es nicht.

 

Tag 8 - Dienstag 16. Juli - Sneek - Griethoorn

 

Nach einem guten Frühstück im B&B packen wir unsere Sachen zu sammen und machen uns auf die Fahrt vorbei am Wassertor in Sneek mit Ziel nach Griethoorn.

Wassertor Sneek

Wiedereinmal sind wir erstaunt, wir toll die Radinfrastruktur in Holland auch hier im Norden ist. Parallel zu einer Hauptstraße verläuuft unser Radweg und unterquert ebenso wie die Straße ganz selbstverständlich einen Kanal, oder läuft einfach nur parallel zuzur Straße in breiter gut ausgebauter Strecke.

Radwege Holland

Radwege Holland

 

Wir nehmen nicht den direkten Weg, sonder fahren schön am Ijsselmeer entlang. Wo immer möglich versuchen wir außendeichs zu fahren, so dass wir vmiel vom Wasser sehen können. Das Wetter ist trocken aber immer noch grau in grau und der Wind bläst immer noch frisch aus Nord.

Ijsselmeer Ost

Ijsselmeer Ost

Auf halber Strecke liegt die Stadt Urk, noch deutlich zu erkennen ist, dass dies hier mal ein kleine Insel war, die mitten im Ijsselmeer gelegen hat. Heute ist Urk eine Kleinstadt. Das alte Dorf ist von vielen neuen Häusern landseitig umgeben, hat aber seine schönen dörflichen ursprünglichen Charakter behalten.

Ijsselmeer Ost -Urk

 Unsere Verpflegung für diesen Tag finden wir in einem Einkaufszentrum im Neubaugebiet. Wir decken uns ein und fahren weiter, an einer Badestelle neben der Autobahn machen wir gegen 15:00 Uhr unsere Mittagspause. Kurz danach verabschieden wir uns endgültig von unserem Südkurs und wenden uns Richtung Osten. Ein wenig bleiben wir noch am Wasser aber als in der Ferne Kampen und seine Brücken zu sehen sind, verabschieden wir uns vom Ijsselmeer. Die nächsten km geht es schnurgerade durch die Allee.

Richtung Griethoorn

In Griethoorn angekommen erleben wir eine kleine unliebsame Überraschung. Obwohl wir eine email unsere Gastgeber haben und es denen auch wirklich leid tut, haben sie kein Bett für uns. Irgendwas ist da schief gelaufen. Die Vermieterin verscuht alles, um uns ein Bett zu besorgen. Wir richten uns schon darauf ein, im Hotel Griethoorn für viel Geld abzusteigen, da poppt bei Booking.com eine Übernachtungsmöglichkeit auf. Fr. Heida kennt den Vermieter aber nicht, weiss aber, dass das Haus nur wenige Meter entfernt ist und wir es doch einfach versuchen sollten. Wir nehmen also die Räder und schieben entlang des kleinen Weges über 3 Brücken bis zu dem alten Bauernhaus Zuiderhof. Eine Klingel gibt es nicht, aber einen Türklopfer. Uns öffnet eine nette Frau und sie hat tatsächlich ein Zimmer (mehr eine Ferienwohnung) frei, die sie erst heute Mittag eingestellt hatte. Das Angebot ist besser als die Angaben bei Booking und so sind wir uns schnell einig. Sie rettet uns den Abend in Griethoorn und unser gute Laune.

Griethoorn

Aufgrund der Zeit, die wir für die Suche nach einer Unterkunft aufgewandt haben, machen wir uns schnell auf, um Griethoorn zu erkunden. Alles scheint wie ein Museumsdorf, ist aber voll bewohnt. Überall Bootsverleih, Fahrradverleih, Kneipen und Restaurants, die komischerweise heute abend leer sind. Auch die Tagegäste sind fast alle schon verschwunden.

Griethoorn

Griethoorn

Griethoorn

Griethoorn

 

Tag 9 - Mitwoch 17. Juli - Griethoorn - Lathen

Am nächsten Morgen sarten wir mit Brötchen kaufen. Eine kleine Fahrt zum ortsansässigen Supermarkt und wir haben Joghurt, Brötchen, Obst und Kuchen, Unsere Gastgeber haben gesern Abend uns noch mit Marmelade und Müsli versorgt, so dass wir mit Tee und Kaffee ein gutes Frühstück hinbekommen. Die Ferienwohnung wird wohl meist ohne Frühstück vermietet. Vielen Dank noch mal an an unsere Gastgeber.

 

Uns wird schnell klar, warum abends so wenig los war in Griethoorn. Schon am Morgen werden die Touris mit Bussen haufenweise nach Griethorrn gebracht, dann bevölkern sie zu Fuß oder per Boot Straßen, Wege und Kanäle.

Unsere Etappe ist eine reine "Überführungetappe. Damit das nicht ganz so eintönig wird, fahren wir durch den Nationalpark Dwingelderveld. Durch den Wald führt natürlich wieder ein superguter Fahrradweg.

 

Naturpark

Das tags zuvor herausgescuhte Zwischenziel zum Einkaufen  in Beilen - laut Karte sah es wie ein großes Einkaufszentrum vor der Stadt aus - entpuppte sich aus Logistikzentrum einer Supermarktkette. Hier konnten wir kein Bröthcen kaufen. Ein kleiner Umweg in den Ort hinein und wir konnten in der kleinen Fußgängerzone leckere Brötchen mit viel Belag kaufen. Der Rest der Fahrt ist so unspektakulär, dass wir fast die Grenze nicht bemerkt hätten. Hätten wir auch nicht, wenn da nicht .... ja wenn da nicht dieser krasse Unterschied in der Infrastruktur aufgetreten wäre. Okay: wir sind wieder in Deutschland. Die Straßen sind weniger glatt, haben mehr Flicken und Schlaglöcher, Fahrradwege sind von Wurzelaufbrüchen überzogen und enden häufig im Nichts. Okay. wir sind zurück. Manch ein Fahrradweg erweist sich mehr als Teststrecke für sportliche Damenunterwäsche (Sport-BH) und ist im Vergleich zu dem, was wir in Holland kennen gelernt haben, weit avon entfernt, auch nur diesen Namen zu tragen. Acuh die eng überholenden PKW-Fahrer sind auf einmal wieder da. Ach, die haben wir in Holland gar nicht vermißt.

In Lathen holt uns Holland dann aber noch einmal ein. Unser Gastgeber ist gebürtiger Holländer, seine Frau Deutsche, hat aber viele Jahre in Holland gelebt. Ihr B&B ist sehr ähnlich den holländischen. Abendessen gitb es heute beim Asia Imbiss in Lathen. Lecker.

Abendessen Lathen

Abendessen Lathen

 

 

 

Tag 10 - Donnerstag 18. Juli - Lathen - Leer - Bad Zwischenahn

 Nach einem guten Frühstück und einer herzlichen Verabschiedung von Monika und Gerrit machen wir uns auf Richtung Norden. Immer an der Ems lang, bis nach Leer.

 

 Die Ems ist hier noch ein "normaler Fluss", der Radweg klasse und es macht Spass neben der Ems herzufahren.

Emsradweg

Das ändert sich dann schnell kurz vor Papenburg. Ein Wehr staut die Ems, nördlich davon kann die Tide die Ems rauflaufen oder aber das Wasser der Ems kann gestaut werden, wenn Meyer in Papenburg einen ihrer Kreuzfahrer in die Nordsee fahren läßt. Papenburg ist ein nettes Städchen und gekennzeichnet von der Meyer -Werft. Ab hier geht es dann mehr oder weniger am Deich entlang nach Leer.

Papenburg

Papenburg

Papenburg

Papenburg

Vorbei gehts an der Meyer Werft und an den Deich.

Papenburg

Papenburg

Zwischenzeitlich sind wir die Wölfe mitten zwischen den Schafen, denn wir müssen uns den Weg durch die Schafherde finden.

Wolf unter Schafen

Bis nach Leer wird die Fahrt ziemlich eintönig, denn es geht immer nur am Deich entlang. In Leer machen wir eine kleine Rast und besorgen uns wie fast jeden Tag unser "Mittagessen".  In Leer sind wir auch wieder schlagartig mitten im Verkehr, die Radwege sind schlecht. Einmal endet der Radweg auf dem Parkplatz eines Einkaufzentrums, das andere Mal können wir die Straße nicht queren, da der Weg entweder von Leitplanken versperrt ist oder aber so viel Verkehr ist, dass wir uns eine Ampel wünschen. Zu guter Letz sollen wir dann auch noch 2x unser Rad über kleine Brücken schieben. Na Ja.

Deutsche Radwege

Über kleine Straßen, die gut zum Radfahren geeignet sind, da sie nur wenig Verkehr haben kommen wir dann gut Richtung Bad Zwischenahn voran. Für die Nacht haben wir ein Zimmer in der Pension Marion, sauber, nett und für unseren Geschmack zu altbacken eingerichtet, aber die meisten Urlauber in Bad Zwischenahn sind weit über 60. Junge Leute sieht man nur wenige. Der ganze Ort ist geprägt vom Kurbetrieb und ist auf die Kundschaft 60+ eingerichtet. Alles ein wenig beschaulich und gemütlich.

 

Tag 11 - Freitag 19. Juli - Bad Zwischenahn - Brake - Lehmwerder - Wildeshausen

 Der direkte Weg nach Wildeshausen sind nur 50 km - uns zu kurz also machen wie einen kleinen Umweg an die Weser und fahren die Weser von Brake bis nach Verden, um danach nach Wildeshausen abzubiegen

 

DieStecke von Bad Zwischenahn an die Weser ist reichlich unspektakulär, und noch ist das Wetter super, etwas wärmer als die letzten Tage und strahlender Sonnenschein. Unterwegs sehen wir ein nett gestaltetes Lager einer Spedition. Schaut selbt:

Lagerhaus Spedition

Das Kurriosum der Tour dann in der Nähe von Südbollenhagen: Strecke gesperrt. und dann auch noch mal expliziet Fahrrad verboten. Wir fragen bei einem Mitarbeiter des Straßendienstes, der Grade Schilder und Baken räumt. "Nö, da kannst de durch, die Fahrbahn ist nur was bröckelig". Also folgen wir dem PKW, der auch gerade die Schilder ignoriert hat und fahren die rund 5km, bis zum anderen Ende der Sperrung durch. Uns kommen Radfahrer und PKW entgegen. wir verbuchen diese Beschilderung unter der Rubrik "Schildbürger".

 gesperrt

Kurz vor Brake machen wir dann die 1000 km voll und mein Tageskilometerzähler springt auf 000.

1000 km 1000 km

Mittagspause in Brake an der Weser und dann die Weser rauf. Ist nicht viel anders als an der Elbe am Deich. Mal obenauf, meistens unten auf der Deichstraße. In Bremen verläuft dann der Weserradweg direkt an der Weser, die Flutschutzwand ist mit tollen Grafitis geschmückt:

Weserradweg Weserradweg

Langsam ziehen immer mehr Wolken auf. Wir legen noch einen Zahn zu, denn auf dem neuen Radweg an der Weser fährt es sich prächtig.

Weserradweg

Der Weg durch Delmenhorst ist die reinste Qual. Alle Wege sind als "verpflichtender" Radweg ausgeschildert, ein Fahren auf der Straße somit nicht erlaubt. Aber die Wege sind so schlecht und so marode, dass wir kaum über 15 km/h Stunde fahren können. Wir vergben für diese Leistung die Note mangelhaft und ignorieren wo immer es die Verkehrsdichte zuläßt die Radwege in Delmenhorst. Auch in Ganderkesee sieht es nicht viel besser aus und wir sind froh, beide Städte hinter uns lassen zu können.

Nach 108 km kommen wir in Wildeshausen an.

 

Tag 12 - Samstag 20. Juli - Wildeshausen - Neuenkirchen ( Heide )

 Auch der neue Tag zeigte sich zunächst von der sonnigen und schönen Seite, die Temperaturen steigen schnell richtung 30 und mehr °C. Doch recht schnell kommen Wolken auf, die immer dicker und dunkler werden.

 

Schon während wir die lezten km nach Neuenkirschen zurücklegen hören wir es in der Ferne grummlen. Wir sind grad mal 20 Minuten in unsere Unterkunft in Neuenkirchen angekommen, da geht ein heftiges Gewitter nieder. Es schüttet wie aus Eimern, dazu Blitz und Donner vom Feinsten. Wir sind froh und dankbar, bei diesem Gewitter im Trockenen zu sein. Unsere Unterkunft diesmal ist das Hotel Feuerstein. Die Zimmer sind neu, Unser Zimmer wird wohl noch als Appartment hergerichtet werden. Es fehlt in einer Niesche noch die kleine Küche, die Anschlüsse sind alle schon vorhanden. Wir fühlen uns wohl, machen noch einen Spaziergang durch den Ort. Abends ist im Lokal richtig was los, aber wir haben heute mal keine Lust auf Essen gehen und so kaufen wir einge leckere Sachen beim ortlichen Edeka, die wir auf dem Zimmer essen.

Das Frühstück am nächsten Morgen wird hier nicht im Lokal serviert. Bei der Buchung hatten wir Frühstück mitbestellt. Aber der Wirt rechnet nur die Übernachtungskosten ab.

 

Tag 13 - Sonntag 21. Juli - Neuenkirchen - Undeloh - Geesthacht

Das Frühstück gibt es im Haus nebenan beim Bäcker. Günstig und sehr lecker und auch am Wochenende schon um 6:00 Uhr geöffnet. Wir genießen das Frühstück und ab 9:00 Uhr wird es richtig voll. Wir bestellen noch schnell zwei gut belegte Brötchen, zahlen und machen uns auf dem Heimweg.

 

Das Gewitter und die Regenschauer sind vorbei, die Sonne lacht wieder vom Himmel und die Temperaturen sind weniger heiss als gestern. Die Straßen sind am Sonntag morgen noch meist leer und die Radwege hier in der Südheide sind gut und wir kommen schnell voran.

Heide

Heide

Dageben ist unser Abstecher für Liegeradfahrer eher nicht geeignet, auch wenn die Natur schon sehr schön ist. Die Wege bestehen zum großen Teil aus Kopfsteinpflaster und es geht kräftig Berg auf. Die Traktion läßt zu wünschen über und so müssen wir hier tatsächlich absteigen und schieben.

Heide

 Wir kürzen die geplante Strecke ein wenig ab und fahren nicht nach Wilsede sonder nehmen den unbefestigten Weg querbeet um dann die Fahrt auf einem festen Sandweg nach Undeloh fortzuführen.

Heide

Heide

Es ist 11:00 Uhr und nun kommen uns auch die Scharen von Heide-Wanderern entgegen. Wir sind froh, hier wieder rauszukommen.

 

Fazit:

1261 km mit 2 Wölfen keine Probleme oder Panne
10 verschiedene Unterkünfte  
beste Unterkunft Lathen / Winterwijk
schlechteste Preis/Leistung Aalkmar
bestes Frühstück Winterwijk / Neuenkirchen
netteste Gastgeber

Muiden / Lathen

   
bester Abschnitt Dünentour am Tag 6
längste Etappe 108 km

 

 

 

 


Page created on Montag, 22 Juli 2019 09:18

News